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Nach einer Landeingemeindung vom 3. Juli 1891 wurde, durch die übergeordneten Organe des damaligen Kreises Teltow, die Gemeinde Gallun, per Gesetz angewiesen eine Feuerwehr aufzubauen.
Hierfür wurde der Gemeinde ein vorgefertigtes Statut übergeben welches am 21. August 1902 durch Gemeinderatsbeschluß, mit Wirkung zum 1. März 1903, in Kraft gesetzt wurde.
Dieses Statut ist am 12. März 1903 vom Kreisausschuß des Kreises Teltow genehmigt und vom damaligen Bürgermeister Herr Metzdorf und dem Schöffen Herrn Köppen unterschrieben worden.
Das Spritzenhaus steht noch heute auf dem alten Standort in der Kallinchener Straße. Die Spritze war eine Handdruckspritze mit Pferdezug (links im Bild).
Laut Inventur 1906 gehörte als Zubehör dazu: 2 Schläuche, 4 Wassereimer, 1 Beil, 1 Zange, Nägel und 1 Leiter. Der Wert einschließlich Spritze wird mit 600,- M ausgewiesen. Der Wasserwagen bestand aus Holz und fasste ca. 800 Liter. Sein Standort war der Stallgiebel vor dem Grundstück Herkt, ehemals Metzdorf.
Diese Gegebenheiten wurden 1934 durch Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr abgelöst. Der erste Löschzugführer hieß Rudolf Hinniger - er ist im Krieg gefallen. Auch bekam die Wehr Uniformen nach dem Vorbild in den Berufsfeuerwehren in den Städten. Die vorhandenen Gerätschaften wurden zur Ausbildung übernommen.
Im Jahre 1938 bekam die Wehr die erste Motorspritze TS8. Nach Auswärts zur Brandbekämpfung ausrücken war nicht möglich, da kein Motorzug vorhanden war. Im Ort jedoch wurde die Spritze von den Mannschaften gezogen. Zu jener Zeit waren meist nur in den großen Städten Spritzen mit Mannschaftswagen vorhanden. Bei größeren auswärtigen Brandbekämpfungen rückten die örtlichen Mannschaften auf ihren Privatfahrzeugen aus.
In den nachfolgenden Kriegsjahren 1939-45 war auch bei jedem Fliegeralarm Alarmgebot. Die Signalisierung erfolgte durch Feuerhorn und später durch Sirene, die auf der damaligen Schule installiert wurde.
Zu bemerken wäre noch, dass 1935 eine Bohrung für einen Feuerlöschbrunnen in der Mittenwalder Straße durchgeführt wurde, die sich dann als Fehlbohrung erwies. Die Kosten in Höhe von 300,- M wurden anteilig von der Gemeinde, Versicherungsanstalt, Feuersozietät, Teltower Kreisverein und Kreis Teltow getragen. An der Motzener Straße wurde 1937 der heute noch bestehende Brunnen erstellt.
Nach dem Krieg und der Rückkehr der Kameraden aus der Gefangenschaft bekam die Feuerwehr Auftrieb. Mit der Stabilisierung der Wirtschaft und Entwicklung der Technik wurde auch die Galluner Feuerwehr modernisiert. Als die Technik in der Landwirtschaft die Pferde ablöste, war auch der Motorzug für die Spritze vorhanden und so konnte der Einsatz bei einem Feuer viel schneller erfolgen.
Hinter dem alten Spritzenhaus wurde 1965 ein Versammlungsraum mit Kleiderkammer durch die Kameraden selbst erbaut. Dadurch konnte die Schlagkraft erheblich erhöht werden. Im Jahre 1979 erhielt die Wehr einen Mannschaftswagen Typ K30 und war von nun an unabhängig. Doch leider war keine komplette Unterstellmöglichkeit gegeben, weshalb das Fahrzeug getrennt von der Spritze im ehemaligen Bauerngehöft untergebracht wurde. Unter Leitung von Brandmeister Horst Pfante, der die Wehr seit 1964 führte, stieg die Anzahl der Kameraden auf 27, darunter 6 Frauen.
Die weitere Entwicklung machte es erforderlich ein neues Feuerwehrdepot zu errichten - und zwar auf einem Grundstück in der Kallinchener Straße (links im Bild).
Es umfasste einen Versammlungsraum, einen Geräteraum, Sanitäranlagen, sowie eine Fahrzeughalle in der das zusätzlich angeschaffte Kleinlöschfahrzeug Typ B1000 untergebracht wurde. Das Fahrzeug wurde 1985 übergeben. Die endgültige Fertigstellung der Wache war 1986, wobei auch dort die Kameraden selbst Hand anlegten.
Eine der damaligen Aufgaben bestand im vorbeugenden Brandschutz und der Kontrolle der Haushalte. Diese Aufgabe wurde sehr sorgfältig ausgeführt. Aufgrund der guten Arbeit waren keine größeren Brände zu verzeichnen. Nach der Fertigstellung der Halle wurde von der Feuerwehr Niederlehme ein LF 8 Robur übernommen. 1989 kam die Wende und die existierende DDR wurde aufgelöst. Die Feuerwehr Gallun arbeitete noch bis 1995 mit der vorhandenen Technik.
1992 kam es zur Gründung des Amtes Mittenwalde. Von nun arbeitete die Feuerwehr Gallun mit den Feuerwehren Mittenwalde, Brusendorf, Ragow, Telz, Töpchin, Motzen und Krummensee / Schenkendorf zusammen. Seit der Auflösung des Kreises Königs Wusterhausen steht nun die Zugehörigkeit im Landkreis Dahme Spreewald.
1993 kam es zur Gründung unser Jugendfeuerwehr, welche die Grundlage für weitere gute Einsatzkräfte aus der Gemeinde bildet. Weiterhin wurde 1991 eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Nösberts-Weidmoos aus Hessen geschlossen.
Von 1995 bis 1997 wurden beide vorhandene Löschfahrzeuge gegen zwei gebrauchte Fahrzeuge, die über die Partnerfeuerwehr besorgt wurden, ausgetauscht. Die Fahrzeuge waren Tragkraftspritzenfahrzeuge vom Typ Ford Transit.
Durch einen Grundstücksstreit um die damalige Wache kam es zur Notwendigkeit sich um ein neues Depot zu bemühen. Durch die herausragende Arbeit der beiden Bürgermeister Hanna Matthes, Eberhard Eckert sowie der Wehrführung Horst Pfante und Erwin Matthes konnte 1998 in die neue Feuerwache am Kriegerdenkmal eingezogen werden.
Im Jahre 1999 konnte eines der beiden Hessenfahrzeuge gegen ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 W50, dass von der Feuerwehr Königs-Wusterhausen übernommen wurde, ausgetauscht werden. Ein ehemaliges Großhandelsfahrzeug wurde 2001, von den Kameraden selbst, zu einem Einsatzfahrzeug umgebaut, welches zur Aufnahme von Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung diente und außerdem 1000 m B-Schlauch im Heckteil des Fahrzeuges beherbergte.
Der Jahrzehntelang stellvertretende Wehrführer Erwin Matthes, der seit 1997 selbst Wehrführer der FF Gallun war, hat die Wehrführung 2002 an seinen Stellvertreter Kameraden Christian Thieke übergeben, der mit einer sehr jungen Wehr nun die Arbeit der Feuerwehr erfolgreich weiterführt.
Im Jahr 2003 feierte die Feuerwehr Gallun ihr 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Stärke der Wehr aus 28 Einsatzkräften mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren, 10 Jugendfeuerwehrmitgliedern sowie 8 Kameraden in der Ehren und Altersabteilung.
Ende 2003 wurde aus dem Amt Mittenwalde die Stadt Mittenwalde mit den dazugehörigen Ortsteilen Mittenwalde, Brusendorf, Gallun, Ragow, Telz, Töpchin, Motzen und Krummensee / Schenkendorf.
Seit dem Spätsommer 2004 verfügt die Feuerwehr Gallun über eine eigene Homepage auf der sie sich und ihre Aufgaben der Öffentlichkeit vorstellt.
Mitte des Jahres 2008 wurde ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF), welches Platz für 9 Kameraden bietet, angeschafft. Die Anschaffungskosten für das Fahrzeug trug die Feuerwehr Gallun, in Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrverein Gallun e.V., komplett selbst. Im Zuge der Anschaffung des MTF's, galt es natürlich eine Möglichkeit zu dessen Unterstellung zu finden. Da in unserer Wache keine Unterstellmöglichkeit gegeben war und wir dort auch schon seit Längerem mit Platzproblemen zu kämpfen hatten, entschlossen wir uns für einen Anbau. Von der ersten Idee, über die Planung bis zum Festziehen der letzten Schraube, wurde der gesamte Bau von den Kammeraden in Eigenregie durchgeführt. Auch die Finanzierung stemmten wir in Zusammenarbeit mit unserm Feuerwehrverein komplett selbst. So entstand ein Anbau in dem nicht nur unser MTF Platz fand, sondern der auch genug Raum für die verschiedensten Dinge bot. Ferner war das Jahr 2008 mit 91 Einsätzen, das Jahr mit den meisten Einsätzen, die die Feuerwehr Gallun bis dato je zu bewältigen hatte.
Heute verfügt die Feuerwehr Gallun über 40 Einsatzkräfte, 10 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 6 Kameraden in der Ehren und Altersabteilung.
Dorian zu: Besichtigung bei der RVS
Steffen zu: Besichtigung bei der RVS
Steffen zu: W50 als Augenweide bezeichnet
Dorian zu: Einsatzstatistik 2011
OWF FF Gallun zu: Einsatzstatistik 2011
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